
- Eigene Ziele analysieren - Stefan Dassler
Stellen Sie sich folgende Situation vor: Auszubildender A: „Mein Ziel ist es, irgendwann viel Geld zu verdienen.“ Auszubildender B: „Ich möchte in meinem Beruf Karriere machen.“ Auszubildender C: „Ich möchte später eine Familie gründen und Kinder haben.“
Ein konkretes Ziel kann auch sein, den eigenen Arbeitsplatz sinnvoll zu gestalten, eigene Entscheidungen genauer zu durchdenken oder Risikosituationen zu meistern.
Es gibt die unterschiedlichsten Ziele. Der Begriff „Ziel“ bezeichnet einen in der Zukunft liegenden erstrebenswerten Zustand. Damit uns Ziele motivieren können, müssen sie erreichbar sein. Man sollte sich eindeutige und nachvollziehbare Ziele stecken und einen zeitlichen Rahmen überlegen. Also nicht: „Ich will irgendwann mehr verdienen“, sondern: „In fünf Jahren möchte ich … EUR im Monat verdienen.“
Verschiedene Arten von Zielen
Man unterscheidet verschiedene Arten von Zielen, die man bei sich selbst näher analysieren kann:
- Überlebensziele: Sie sind die Basis, um sorgloser zu leben (den Lebensunterhalt selbst bestreiten können, dreimal pro Woche joggen für die Gesundheit).
- Selbstverwirklichungsziele: Mit ihnen verbindet man große persönliche Erfüllung, weil man sich etwas aufbaut (Abschlussprüfung bestehen, Familie gründen).
- Selbstentwicklungsziele: Sie sind nicht unbedingt erforderlich, geben aber neue Anregungen im Leben (neue Fremdsprache oder Sportart lernen, neues Hobby beginnen).
Nicht alle Ziele, die wir uns setzen, passen zueinander. Es gibt komplementäre (gleichgerichtete), konfliktäre (sich behindernde) und neutrale Ziele. Komplementär wäre „Führungsposition anstreben“ und „Verantwortung übernehmen“. Konfliktär könnte „sich kreativ und eigenwillig verwirklichen“ und „viel Geld verdienen“ sein. Neutral wäre „neues Hobby beginnen“ und „neue Partnerschaft beginnen“.
Erste Trainingsaufgabe zu Zielen
Überlegen Sie sich drei konkrete, komplementäre (gleichgerichtete) Ziele, die für Sie in Frage kommen. Finden Sie bei Ihren Zielen auch mehrere konkrete konfliktäre (sich behindernde) Ziele?
Zweite Trainingsaufgabe zu Zielen
Denken Sie an die nächsten fünf Jahre. Überlegen Sie, wie alt Sie dann sind. Welche beruflichen und privaten Ziele haben Sie bis dahin? Unterscheiden Sie jeweils in Überlebensziele, Selbstverwirklichungsziele und Selbstentwicklungsziele. Machen Sie sich dazu Notizen.
Nützliche Tipps zu den Trainingsaufgaben
- Prüfen Sie immer auch, welche Ziele wirklich zu Ihnen passen – also aus Ihrem Innersten heraus kommen.
- Sehen Sie sich immer an, welche finanziellen und sonstigen Mittel Sie zur Verfügung haben, um Ihre Ziele zu erreichen. Ist das Ziel realistisch?
- Haben Sie sich ein besonders großes und mutiges Ziel vorgenommen, das Ihnen fast unerreichbar erscheint, so zerlegen Sie dieses in einzelne Teilziele.
- Bestimmte Ziele, die andere Ziele massiv behindern, sollten Sie zurückstellen.
- Ziele, die sich besonders günstig auf das Erreichen der übrigen Ziele auswirken, sollten Sie bevorzugen.
- Ziehen Sie regelmäßig Motivation-Demotivation-Bilanz. Dazu können Sie eine Tabelle anlegen. Auf der linken Seite notieren Sie, wozu Sie richtig Lust haben – und welche Ziele sich daraus ableiten. Auf der rechten Seite schreiben Sie die Frust-Elemente auf und welche Ziele sich daraus ergeben.
- Sortieren Sie solche Ziele, die Sie immer wieder nicht erreichen, mit der Zeit aus. So bleiben Sie weiterhin für andere Ziele motiviert.
Literaturhinweis:
Stefan Dassler: Schlüsselqualifikationen für Auszubildende. Übungen und Trainingsbeispiele. Igel Verlag 2009. 196 Seiten. Euro 19,90.
