
- Als Azubi Mind maps anwenden - Stefan Dassler
Stellen Sie sich folgende Situation vor: Ausbilder zum Auszubildenden: „Haben Sie in der Berufsschule schon einmal mit Mind Maps gearbeitet?“ Auszubildender: „Klar, sogar in mehreren Fächern.“ Ausbilder: „Würden Sie mir bitte eine Übersichts-Mind-Map am Computer zu unseren Unternehmensdaten entwerfen?“
Was ist eine Mind Map?
Der Psychologe Tony Buzan konzipierte in den 1990er Jahren die Mind-Mapping-Methode (Gedankenlandkarten-Methode). Sie soll für den Menschen ein Hilfsmittel zur Ordnung seiner Gedanken sein. In der Mitte der Gedankenlandkarte steht ein Oberbegriff beziehungsweise das zentrale Thema des Interesses. Drum herum werden wie bei einem Baum auf Ästen und Unterästen die wichtigsten zugehörigen Daten zumeist in Form von Schlüsselbegriffen angeordnet.
Arten von Mind Maps
Man unterscheidet mehrere Varianten von Mind Maps:
- Ideen-Mind-Map (vor der Erstellung einer Erörterung oder einer Geschichte)
- Erinnerungs-Mind-Map (nachdem man ein Buch gelesen hat)
- Übersichts-Mind-Map (um den Stoff für eine Prüfung zu strukturieren)
- Problemlösungs-Mind-Map (für die Lösung eines technischen, kaufmännischen oder kreativen Problems im Unternehmen)
- Gruppen-Mind-Map (zum Präsentieren der Arbeitsergebnisse in der Gruppe der Auszubildenden)
Beispiel für eine Überblick-Mind-Map zum Thema Gedächtnis
In der Mitte des Blattes steht der Begriff „Gedächtnis“. Davon führen Äste zu den Begriffen „Stufen“, „Interferenzen“, „Gedächtnisstrategien“ und „Gehirnhälften“. Vom Begriff „Stufen“ führen dann Nebenäste zu den Worten „Ultrakurzzeit-Gedächtnis“, „Kurzzeitgedächtnis“ und „Langzeitgedächtnis“. Ähnlich geht man bei den anderen Ästen vor.
Erste Trainingsaufgabe
Nennen Sie drei Vorteile und drei Nachteile von Mind Maps. Finden Sie je ein Beispielthema für eine Übersichts-Mind-Map, eine Ideen-Mind-Map und eine Problemlösungs-Mind-Map aus Ihrem beruflichen Alltag. Machen Sie sich Notizen.
Zweite Trainingsaufgabe
Fertigen Sie eine Übersichts-Mind-Map zu einem wichtigen Fach für Ihre Zwischen- oder Abschlussprüfung an. Beginnen Sie in der Mitte Ihres Blattes mit der Bezeichnung des Faches (beispielsweise „Rechnungswesen“). Bilden Sie davon ausgehend Äste und Nebenäste mit entsprechenden Schlüsselbegriffen. Besprechen Sie Ihre Mind Map mit anderen Auszubildenden und Ihrem Ausbilder.
Nützliche Tipps zu den Trainingsaufgaben
- Vorteile von Mind Maps: Gutes Einprägen durch die Übersichtlichkeit der Mind Maps, Förderung der individuellen Kreativität, Möglichkeit der schnellen Erstellung per Computer, kein großer Aufwand, leicht zu ergänzen und zu vervollständigen, Hervorhebung des Wichtigen auf den Hauptästen, bessere Einschätzung von Ideen.
- Nachteile von Mind Maps: Vorteile des Mind Maps nicht vollständig wissenschaftlich belegt, Gehirnhälftensichtweise des Mind-Mapping erweist sich aus wissenschaftlicher Perspektive als zu begrenzt, Strukturierung oftmals sehr individuell und nur für den Ersteller der Mind Map einsichtig, Übersichtlichkeit kann verloren gehen, wenn bestimmte Aspekte unter mehreren Schlüsselworten einzuordnen sind, ab einer bestimmten Menge an Daten und Information sind Mind Maps nicht mehr geeignet.
- Verwenden Sie für eine Mind Map ein Blatt im Querformat oder kleben Sie zwei DIN-A4-Blätter zusammen.
- Notieren Sie wichtige Informationen auf den Hauptästen und weitere Informationen auf den Unterästen.
- Verwenden Sie nach Möglichkeit Substantive.
- Schreiben Sie auf einen Ast maximal zwei Wörter – also sparsam mit Worten umgehen, damit die Übersichtlichkeit nicht verloren geht.
- Zeichnen Sie die Äste der Mind Map nach allen Seiten ausgehend vom Zentralbegriff.
- Später hinzukommende Informationen können nachträglich notiert und einfügt werden.
- Symbole, Zeichen, Fotos und unterschiedliche Farbdarstellungen können die wichtigsten Begriffe unterstreichen und hervorheben.
Literaturhinweis:
Stefan Dassler: Schlüsselqualifikationen für Auszubildende. Übungen und Trainingsaufgaben. Igel Verlag 2009. 196 Seiten. Euro 19,90.
